2018

2018 - Unsere Botschafterin auf Zeit vor Ort

Unsere Botschafterin vor Ort!

Anabels Reiseblog

Wie schon unter Aktuelles von ihr selbst berichtet, wird Anabel in diesem Jahr für drei Monate nach Marangu und speziell zur Makomu Secondary School reisen.

In dieser Zeit ist sie unsere Botschafterin vor Ort und wird uns über ihre Erlebnisse in einem Reiseblog auf dem Laufenden halten. Der direkte Weg zu ihrem Blog geht über diesen Link: Anabel is far away.
Mit ersten Einträgen ist ab dem 9. Juli 2018 zu rechnen. Viel Freude beim Lesen!

2017

Willkommen in Deutschland!

2017 - Erster Gegenbesuch aus Tansania

Mit großzügiger Unterstützung durch die Kirchengemeinde Rosengarten, den Kirchenkreis Hittfeld und die Landeskirche Hannovers ist es unserer Tansania Gruppe gelungen, im Rahmen des Kooperationsprojektes von Offener Jugend und Oberschule Rosengarten eine Lehrerin und einen Lehrer von einer unserer Partnerschulen aus Marangu – Tansania einzuladen. Möglich wurde dies aber auch durch jede Menge organisatorischer Arbeit durch den Diakon im Ehrenamt, Olaf Schröder.

Text: Ulrich Ohm

Vom 8. bis 21. September 2017 waren Mary Gladstone Masuki und Henry Nasson Mkiti hier in Deutschland, um unser Land, aber ganz besonders auch unsere Gemeinde und die Oberschule kennenzulernen. Untergebracht waren sie privat bei Saskia Ogoniak und mir. Gemeinsam hatten wir mit einigen anderen aus der Tansania Gruppe 2016 die Makomu Secondary School besucht. Daher kannten wir Mary und Henry bereits persönlich. Mary ist stellvertretende Schulleiterin und Fachlehrerin für Englisch und Kisuaheli, der in ganz Ostafrika verbreiteten Verkehrssprache. Henry ist der Mann für Mathematik, Physik und Technik.

Morgens noch in Tansania und am Abend bereits am feierlich vorbereiteten Abendbrottisch, so schnell geht das heute. Alle waren ein wenig aufgeregt, haben doch auch wir Neuland betreten. Der Wunsch war, unseren Gästen einen herzlichen und angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Dabei sollten sie vieles kennenlernen, gleichzeitig sollte aber auch eine Atmosphäre der Begegnung auf gleicher Augenhöhe entstehen. Vielleicht wäre es möglich über Themen zu sprechen, die über rein Sachliches hinausgehen, Themen, wo man sich auch persönlicher austauscht.

Am Samstag stand mit dem Büsenbachtal und der Heideblüte erst mal Entspannung auf dem Plan, leider bei regnerischem Wetter, aber das gehört auch dazu.
Der Sonntag begann beim Diakoniegottesdienst in der Thomaskirche in Klecken, der wunderbar von Pastorin Frau Blaffert vorbereitet worden war. Das erste gemeinsam gesungene Lied „Morning has broken“ traf so richtig unsere und die Stimmung der angereisten Gäste. Im Anschluss gab es gute Gespräche beim Kirchenkaffee und danach konnten Mary und Henry noch einen Taufgottesdienst erleben.
Die nächsten Tage waren dann bestimmt durch tägliche Besuche an der Oberschule Rosengarten. Zur Begrüßung gab es von den Kindern einstudierte Lieder, weiter dann ein Frühstücksbuffet mit einigen Kollegen und erste Gespräche. Viele Hospitationen bei fast allen Lehrkräften standen auf dem Plan und an Stellen, wo die Unterrichtsbeobachtung zum Verstehen nicht mehr ausreichte, wurden von den Begleitern Erklärungen ins Englische übersetzt. Ganz besonderes Interesse galt natürlich den Fächern Englisch, Mathematik und den Naturwissenschaften. Insgesamt waren unsere Gäste sehr beeindruckt vom gesamten Schulalltag und einigen ganz besonderen Stunden wie z.B. der Stunde mit dem Schulhund.
Am Freitag lernten unsere Gäste dann Hamburg kennen, am Samstag stand ein Ausflug an die Nordsee nach St. Peter Ording auf dem Programm.
Wir hatten, als wir in Tansania waren, unter anderem einen Kindergottesdienst besucht und waren sehr angetan von der lebhaften Gestaltung. Mary und Henry interessierten sich daher auch dafür, was bei uns abläuft und so waren sie am Sonntag dann Gäste im Kindergottesdienst in der Nenndorfer Kreuzkirche. Die Kinder konnten so auch eine genauere Vorstellung davon bekommen, wofür Ihre Kollekte, die für Projekte in Tansania vorgesehen ist, verwendet wird.
Weitere Programmpunkte waren Lüneburg, das Freilichtmuseum am Kiekeberg sowie der Wildpark Schwarze Berge, außerdem ein Besuch der Grundschule in Nenndorf.
Mary und Henry waren an allem sehr interessiert und es waren auch für die anderen Begleiter tolle Erfahrungen, mit den beiden unterwegs zu sein. Bei allen Programmpunkten wurden unsere Gäste von Mitgliedern unserer Tansania Gruppe, z.T. aber auch von Lehrerinnen und Lehrern der Oberschule begleitet.

Natürlich lässt sich nicht alles wiedergeben, was wir in den zwei Wochen zusammen erlebt haben. Als einer der Gastgeber nehme ich mir aber die Freiheit, noch einmal drei Situationen hervorzuheben, weil sie ein wunderschönes gemeinsames Erleben beschreiben.

Zweimal haben wir zusammen afrikanisch gekocht, einmal Mandazi, das sind in Fett gebackene Teigbällchen und einmal Pilao, einen köstlichen Eintopf mit Fleisch und Gemüse. Hinterher haben wir gemeinsam alles wieder in Ordnung gebracht. Das hatte schon fast so etwas wie Kochen mit Freunden.
Das dritte ist ein Gesprächsinhalt, der mich durchaus nachdenklich gemacht hat: Mary hatte sich darüber gewundert, dass sie und Henry nicht unseren Nachbarn vorgestellt worden sind. Das wäre in Tansania ganz anders gelaufen, wenn wir bei ihnen privat untergebracht gewesen wären. Die ganze Nachbarschaft hätten wir kennengelernt, in alle Häuser wären wir eingeladen worden und hätten zusammen einen Tee getrunken und uns unterhalten. Zumindest in der Stadt findet man hier solche nachbarschaftlichen Verbindungen kaum noch. Gibt es da für uns vielleicht etwas zu lernen?

Text: Ulrich Ohm

2016

Asante sana – vielen Dank aus Tansania

2016 - Ein kleiner Reisebericht

Asante sana – diese Worte wurden uns freundlich winkend hinterhergerufen, als wir uns von den Schülern und Lehrern unserer Partnerschulen in Tansania verabschiedeten und es war für alle Mitreisenden toll, denn wir haben uns sehr willkommen gefühlt und die Freude über unsere Besuche war spürbar.

Seit 2006 unterhält die Offene Jugend und die Oberschule Rosengarten einen Kontakt zur Kilaremo Primary School in Marangu am Fuße des Kilimanjaro in Tansania. Während unseres letzten Besuchs im Herbst 2014 haben wir den Kontakt zu einer weiteren Schule, der Macomu Secondary School, aufgenommen. Diese beiden Schulen zu besuchen, Lehrer und Schüler näher kennen zu lernen, fertiggestellte Projekte zu begutachten und mögliche weitere Unterstützung zu erörtern, das waren unsere Hauptziele.
Die Reisegruppe bestand aus 6 Personen: Saskia, Anabel und Phillip, alle drei „Ehemalige“ der Schule, Abdel Álvarez Rodríguez als Lehrervertreter, Ulrich Ohm als ehemaliger Lehrer und Olaf Schröder, der jetzt ehrenamtlich die Tansania Gruppe in der Jugendarbeit leitet.
Für die Primary School (1. – 7- Klasse) hatten wir Softbälle, Fußbälle und 25 Memory Spiele als Geschenke mitgebracht. Zwei tolle, fröhliche Tage haben wir mit den Schülern und Lehrern gespielt und geredet, die Atmosphäre war wie das Wetter – traumhaft. Die letzten Projekte die wir unterstützt hatten und die nun fertiggestellt waren, saubere Toiletten und Wasserversorgung, wurden uns mit einem gewissen Stolz präsentiert. Und es wird weitergehen. Wir wollen die Schule dabei unterstützen, endlich Elektrizität zu bekommen. Bis dahin ist es allerdings noch ein kleiner Weg, denn die Dächer sind zum Teil undicht und die Kombination von Wasser und Strom ist bekanntlich keine gute Idee.
Schwerpunkt unseres Aufenthaltes war in diesem Jahr allerdings die Vertiefung unseres Kontaktes zur Macomu Secondary School. Ein Partnerschaftsvertrag wurde diskutiert und feierlich unterzeichnet, Schüler und Lehrer konnten sich gegenseitig in einer Mathematik- und einer Physikstunde kennenlernen, es gab gemeinsames Essen und lange Gesprächspausen mit den Lehrern sowie Kartenspiele mit den Schülern (UNO). Auch hier bleibt als besonderer Eindruck die Freundlichkeit, die Aufgeschlossenheit und Bereitschaft aller, sich irgendwie einzubringen.
Und an dieser Schule haben wir etwas ganz Großes vor: Wir möchten die Schule dabei unterstützen ein neues Gebäude mit Fachräumen für naturwissenschaftlichen Unterricht aufzubauen, ein Projekt für mehrere Jahre. Zudem wollen wir zwei Lehrer im nächsten Jahr zu uns nach Rosengarten einladen.
Ein besonderes Bonbon haben wir uns natürlich auch noch gegönnt, wenn man schon mal da ist: Tansania hat einige wunderschöne Nationalparks, wir haben den Arusha Nationalpark besucht, zusammen mit einem Ranger eine Safari zu Fuß. Das ganz natürlich auf eigene Kosten.
Gelernt haben wir, dass solche Besuche für alle Beteiligten wichtig sind. Sie tragen sehr dazu bei, sich auch auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Das wird besonders in den Gesprächen deutlich wo man seine Rolle als Geldgeber, der man natürlich nicht entfliehen kann, völlig vergisst und nur noch interessierter Partner und Gesprächspartner ist.
Wir alle möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Unterstützung Seitens der Landeskirche, des Kirchenkreises und vor allem Seitens der Kirchengemeinden Klecken und Nenndorf bedanken, die unsere Reise großzügig bezuschusst haben. Dank auch an alle kleinen und großen Spender, ohne deren Unterstützung die Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort in Tansania nicht möglich wäre. Also noch einmal: Asante sana.

2014

„Mensch, ärgere dich nicht“ am Kilimanjaro

2014 - Ein kleiner Reisebericht

Mit einem bunten Schwungtuch, Softbällen und acht Spielen „Mensch, ärgere dich nicht“ machten wir uns auf den Weg nach Marangu, am Fuße des Kilimanjaro. Wir, das sind Janja Weber, Finn Ebelt und Olaf Schröder von der Offenen Jugend und Ulrich Ohm von der Oberschule Rosengarten. Gemeinsam reisten wir vom 5. bis 17. Oktober 2014 zu unserer Partnerschule in Tansania.

Ziel der Reise war es, über den persönlichen Kontakt die Partnerschaft zur Kilarmeo Primary School weiter zu intensivieren. Der Kontakt war über die Jahre immer sehr förmlich und sehr stark auf die dringend nötigen Projekt zur Fortentwicklung der Schule bezogen.
Über die Spiele und Aktionen, die wir dieses Mal im Gepäck hatten, gelang es uns sehr schnell eine offene, herzliche und gleichberechtigte Atmosphäre zu schaffen, dass schließlich selbst das Kollegium und die Schulleiterin kräftig bei den Spielen mitmischten. Und so fungierten wir im besten partnerschaftlichen Sinne als Mittler zwischen den Welten, zwischen den Schüler/innen der Kilaremo Primary School und den Kindern und Jugendlichen in Rosengarten. Offene Fragen der Schüler/innen aus Rosengarten wurden gestellt und beantwortet. Zudem wurden uns Spiele aus Tansania erklärt und versprochen noch weitere Spiele und ihre Regeln aufzuschreiben, um sie uns nachzuschicken. Auch uns fiel noch das ein oder andere Spiel ein, welches wir sogleich gemeinsam ausprobierten, doch die Zeit war leider begrenzt.

Natürlich haben wir uns auch davon überzeugen können, wie die Spendengelder aus Rosengarten verwendet wurden und detaillierte Abrechnungen und Belege mitgebracht. Alle Klassenräume und Tafeln sind gestrichen und an der ganzen Schule gibt es neue bzw. reparierte Fenster.
Zudem wurden gemeinsam die nächsten Projekte in den Blick genommen. Die Toilettensituation an der Schule ist immer noch nicht befriedigend. Toilettentüren, ein Waschbecken und auch spezielles Stehtoiletten Porzellan wären wünschenswert, um ein gewisses Maß an Intimsphäre und Hygiene zu ermöglichen.

Zu guter Letzt wurde ein Bettlaken mit kleinen Mini-Fußabdrücken gestaltet. Denn „viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern, können nur zusammen das Leben bestehn. Gottes Segen soll sie begleiten, wenn sie ihre Wege gehen.“ So lautet der Text eines Liedes, welches die Kinder bei uns im Kindergottesdienst singen. Die Worte gehen auf ein afrikanisches Sprichwort zurück und sollen ihren Ursprung sogar in Tansania haben. Worte, die als Leitspruch für all unsere Bemühungen stehen.
Dieses „unvollendete“ Werk haben wir jetzt wieder mit nach Rosengarten gebracht, um die vielen Lücken noch mit weiteren Mini-Fußabdrücken zu füllen. So kann das „vollendete“ Bild eine Zeit bei uns hängen und reist dann mit der nächsten Gruppe wieder zur Primary School Kilaremo um schließlich dort einen Ehrenplatz zu bekommen.

Vielleicht gelingt es uns sogar in naher Zukunft einmal Gäste von der Kilaremo Primary School bei uns in Rosengarten begrüßen zu können. Wir haben darüber gesprochen, das Interesse besteht und so wollen wir nun sehen, wie es sich realisieren lässt.

Auch haben wir in der kurzen Zeit noch Kontakt zur Makomu Secondary School aufgenommen. Auf diese weiterführende Schule gehen viele der Schüler/innen der Kilaremo Primary School, wenn sie die Befähigung und das nötige Schulgeld haben. Vom Alter sind die Schüler/innen der Secondary School dichter an den Schüler/innen unserer Oberschule dran, so dass zukünftig vielleicht sogar ein persönlicher Austausch gelingen kann. Sprachlich sind die Voraussetzungen zumindest gut, denn im Bereich der Secondary School wird in Tansania ausschließlich in Englisch unterrichtet. Aber zu alledem später mehr.

2013

Mit Pinsel und Malerrolle nach Tansania

2013 - Ein kleiner Reisebericht

Im Gepäck hatten sie Pinsel und Malerrolle. Am 12. September flogen Carina Lüpke und Isabell Rühl für zehn Tage nach Marangu in Tansania, um dort in der Kilaremo Primary School die Decken der Schulräume zu streichen: „Es ist schwierig, in den Dörfern alle Materialien zu bekommen, daher haben wir ein paar Dinge mitgenommen“, sagt Carina Lüpke.

Bereits im letzten Jahr halfen sie in der Schule am Fuße des Kilimanjaro mit, an der etwa 380 Schüler der ersten bis siebten Klasse unterrichtet werden. Das Marangu-Projekt kennen die beiden Frauen aus ihrer Mitarbeit in der Offenen Jugend Rosengarten und ihrer Schulzeit an der Oberschule Rosengarten.

Carina Lüpke und Isabell Rühl reisten gemeinsam mit zwei Vertreterinnen des Hamburger Fördervereins Marangu e.V und haben ihre Reisekosten weitgehend selbst gezahlt. „Es ist gut, dass wir oder Vertreter des Fördervereins einmal im Jahr nachsehen, wie weit die Projekte vorangeschritten sind, wofür unsere Spendengelder eingesetzt wurden und welche Arbeiten noch anstehen. Zu Beginn des Jahres haben wir 4500 Euro an die Schule überwiesen, und jetzt wollten wir auch nachprüfen, dass die Gelder für die von uns bestimmten Projekte eingesetzt wurden. Der Kontakt per e-mail zur Kilaremo Primary School ist sehr schwierig. Durch Carina und Isabell sind wir jetzt wieder gut informiert“, sagt Diakon Olaf Schröder. Er leitet das Projekt im Rahmen der Offene Jugend Rosengarten und will selbst im nächsten Jahr nach Tansania fliegen.

„Das gefällt mir am Marangu-Projekt: Wir sehen genau, wofür die Spenden eingesetzt werden und können mitentscheiden, welche Projekte als Nächstes anstehen. Und wir packen selbst mit an, so haben wir in diesem Jahr die Decken mitgestrichen“, sagt Carina Lüpke (21). Sie ist Speditionskauffrau und flog zum dritten Mal nach Tansania. Isabell Rühl (21) wollte neben ihrem Maler-Einsatz auch wieder die fünf Aids-Waisen treffen, für die die Offene Jugend Rosengarten und die Oberschule Rosengarten das Schulgeld von insgesamt jährlich 650 Euro bezahlen, damit sie eine weiterführende Schule besuchen können: „In Tansania kümmert sich die Organisation UMWI um die Kinder. Als wir sie im letzten Jahr besuchten, hatte UMWI ein Fest vorbereitet, und wir spielten und sangen mit den Kindern. Das hat mich sehr beeindruckt“, sagt Isabell Rühl. Sie ist Verwaltungsangestellte und fuhr zum zweiten Mal nach Afrika. „An das afrikanische Zeitgefühl musste ich mich erst gewöhnen. Wenn man ein Treffen um neun Uhr vereinbart, kann man froh sein, wenn es um elf Uhr stattfindet. Die Uhren laufen in Afrika halt anders.“

Carina und Isabell haben neben ihrem Einsatz in Marangu auch wieder Afrika genossen: „Tansania ist ein schönes Land – es riecht gut. Die Menschen sind freundlich und dankbar und das Land ist wunderschön.“

2012

Hilfe für Schüler in Tansania kommt an

2012 - Ein kleiner Reisebericht

„Unsere Spenden kommen an, es hat sich schon viel in der Schule getan“, sagt Carina Lüpke. Gemeinsam mit Isabell Rühl und Janja Weber war die Speditionskauffrau im September für elf Tage in Tansania, an der Kilaremo Primary School in Marangu.

Zu dieser Schule am Fuße des Kilimandscharo halten die Oberschule Nenndorf, die Offene Jugend Rosengarten und der Förderverein Marangu e.V. aus Hamburg seit sechs Jahren engen Kontakt und unterstützen sie mit Spenden. Die drei Mädchen sind ehemalige Schülerinnen der Oberschule Nenndorf und haben am Donnerstag den Nenndorfer Schülern von ihrer Afrika-Reise mit vielen Fotos berichtet.

„Als wir in Marangu ankamen, war der neue Ofen schon in das neue Küchengebäude eingebaut, das marode Schuldach war repariert und der College-Anbau erweitert. Für diese Projekte hatten wir im Sommer Spenden überwiesen. Wir konnten sehen, dass unsere Hilfe ankommt“, sagt Carina Lüpke (21). Gemeinsam mit der Schulleiterin kauften die Mädchen neue Schulbücher: „Anders als bei uns wird dort ein Satz von 40 Büchern gekauft, der dann in der Bibliothek verbleibt, wo die Schüler arbeiten“, erklärt Janja Weber (19) den Schülern in Nenndorf, die interessiert nachfragten. Und für die Pause kauften sie zehn neue Fußbälle: „Richtige Fußbälle haben sie nicht, sie machen sich selbst Bälle aus Reifenteilen“, sagt Isabell Rühl (20). Vor ihrer Reise hatten die Mädchen zu einer Postkarten-Aktion aufgerufen: Wer mehr als fünf Euro spendet, erhält eine Postkarte aus Tansania, geschrieben von den Schülern in Marangu: „2.400 Euro sind dafür gespendet worden, darüber haben wir uns sehr gefreut“, sagt Diakon Olaf Schröder, der die „Afrika-Gruppe“ der Offenen Jugend Rosengarten leitet. „Wir mussten ihnen erst einmal erklären, wie man eine Postkarte schreibt, aber dann hatten die Kinder viel Spaß“, sagt Carina.

Für vier Patenkinder, die allesamt Waisen sind, übernehmen die Oberschule Nenndorf und die Offene Jugend Rosengarten das jährliche Schulgeld für den weiterführenden Schulbesuch. „Wir haben sie auf einem Fest der Hilfsorganisation UMWI besucht, die sich um Waisenkinder kümmert. Leider ist eines unserer Patenkinder HIV-positiv“, sagt Janja. „Wir müssten noch mehr Kinder unterstützen“, so Janja.

Das war auch eine konkrete Aufgabe der Mädchen: zu sehen, was als Nächstes getan werden muss: „Die Toilettensituation ist wirklich dramatisch. Der Boden unter den Stehklos droht abzusacken. Das muss dringend gemacht werden“, sagt Carina. Dass es weder Türen noch Toilettenpapier bei den Toiletten gibt, konnten sich die Nenndorfer Schüler kaum vorstellen. Ein nächster Punkt ist die Elektrifizierung: An der Schule gibt es keinen Strom, daher auch kein Licht, keine Computer. „Die Kalkulation für die Elektrifizierung steht, das ist auch ein wichtiges Projekt, das wir anschieben müssen“, sagt Janja.

„Die Berichte der Mädchen sind wichtig für uns. Die Kommunikation per mail läuft nur schleppend“, sagt Friederike Ophüls. Die Lehrerin der Nenndorfer Oberschule leitet gemeinsam mit Olaf Schröder die „Tansania-AG“ der Schule und organisiert den jährlichen „Sozialen Tag“, an dem die Nenndorfer Schüler leichte Hausarbeiten übernehmen und ihren Lohn für die Schule in Afrika spenden. Nun konnten sie sehen, wie ihre Hilfe ankommt.

Die drei Mädchen nehmen von dieser Reise viel für sich selbst mit: „Ich wusste, dass die Menschen dort arm sind, aber ich habe nicht geahnt, dass sie unter so ärmlichen Bedingungen leben“, sagt Isabell. „Sie sind arm, aber sehr hilfsbereit und freundlich“, sagt Carina. „Und nach ein paar Tagen hat uns im Dorf Marangu keiner mehr als Tourist angesehen, wir gehörten einfach dazu“, sagt Janja. Sie möchte wieder nach Afrika, gern für ein Jahr: „Das war eine tolle Reise mit beeindruckenden Erlebnissen“, sagt Janja. Eines dieser Erlebnisse war auch ihre abschließende Safari, auf der sie Massai-Dörfer und Elefanten, Löwen, Geparden und Giraffen gesehen haben.

2010

Erfolgreich zurück aus Tansania!

2010 - Ein kleiner Reisebericht

Elf Tage waren Carina Lüpke und Janik Weber in Marangu in Tansania, am Fuße des Kilimandscharo. Zusammen mit Ursula Lodenkämper, vom Förderverein Marangu e.V., besuchten sie die Kilaremo Primary School, zu der die Offene Jugend Rosengarten sowie die Haupt- und Realschule Rosengarten und die Grundschule Nenndorf seit 2006 eine Partnerschaft pflegen:

In Kooperation unterstützen sie wichtige Projekte an der afrikanischen Schule, an der 382 Kinder der ersten bis siebten Klasse sowie Vorschüler unterrichtet werden. Einige dieser Projekte galt es voranzubringen.

„Der alte Ofen der Schulküche musste abgerissen werden, da habe ich mit angepackt“, sagt Janik (19) aus Tötensen. Handwerker des Ortes bauten nun einen neuen Ofen ein und geeignetes Kochgeschirr steht bereit, so dass wieder in der Küche und nicht mehr im Freien für die Schüler gekocht werden kann. Für die Bibliothek hatten Carina und Janik Kinderbücher in englischer Sprache im Gepäck, etwa Moby Dick oder Peter Pan. Lehrer und der Schulleiter Mister Tilya freuten sich über die Bücher, die sogleich in die neuen Regale gestellt wurden. Tische, Stühle und die Regale stammen aus früheren Spenden. Damit die Bücher vor der Witterung geschützt sind und nicht gestohlen werden, wurden jetzt Glasfenster eingebaut und die Fenster und Türen der Bibliothek zusätzlich vergittert.

An „schulfreien“ Tagen kauften Carina und Janik in der nächsten Stadt Moshi für die Schüler ein: Außer Schulbücher, Lineale, Hefte und Bleistifte noch große bunte Abzähltafeln und Plakate mit dem Einmaleins, Buchstaben, einfachen Wörter in Englisch und Kisuaheli, der Landessprache: „Die Schulräume sind grau und trist, da sorgen die bunten Tafeln hoffentlich für mehr Farbe im Schulalltag“, sagt Carina. Für die Pause kauften Janik und Carina zehn Fußbälle, mit denen sogleich auf den Wiesen der Schule „gekickt“ wurde. Für einige Schüler organisierten sie Schuluniformen, die an der Schule zu tragen sind. „Ein Set aus Hemd, Hose oder Rock und Pullover kostet etwa 7,50 Euro. Das ist für die Menschen dort viel Geld, sie verdienen nur ein paar Euro pro Tag“, erklärt Janik. Gern hätten die beiden noch mehr mit „angepackt“, doch dazu reichte die Zeit nicht.

Elf Tage mit vielen Eindrücken bleiben den beiden: die grüne Dschungel-Landschaft des auf etwa 1800 Metern Höhe liegenden Marangu, die fröhlichen Kinder der Kilaremo Primary School – nur den Gipfel des Kilimandscharo hätten sie fast nicht gesehen: „Einmal habe ich ihn aus dem Auto gesehen, sonst war er immer von Wolken verdeckt“, sagt Janik.

Von den Schülern der siebten Klasse des Hauptschulzweiges in Rosengarten und der vierten Klasse der Grundschule Nenndorf hatten Carina und Janik Briefe nach Afrika mitgenommen, die nun von den Kilaremo-Schülern mit Texten und Bildern beantwortet wurden: „Etwa 200 Briefe haben wir wieder mitgebracht“, sagt Janik. Olaf Schröder wird diese mit Carina in die Klassen bringen.